Auflösung der Schwesternstation Sandweier zum 1.September 1991

Gleichzeitig wurde von der Gemeinde die bisherige Schwesternwohnung gekündigt, wodurch dem Caritas-Verein nichts anderes übrig blieb, als die Schwestern im alten Pfarrhaus einziehen zu lassen.

Durch keinerlei Unterlagen belegt, wohl aber aus Erzählungen weiß ich, daß Schwestern auch im obersten Stockwerk des neuen Pfarrhauses wohnten. Am 30. Juni 1939 kündigt dann die Gemeinde das Schwesternhaus, das damals die Haus-Nr. Friedhofstraße 339 trug.

Damit waren die Angaben im Realschematismus 1939, der alle Besitzungen der Kirche samt den verschiedenen Einrichtungen der Pfarrei verzeichnete, schon fast Makulatur geworden. Dort steht nämlich unter Sandweier: Schwesternhaus, Eigentum des Kirchenfond Krankenverein e. V., 5 Schwestern für Krankenpflege, Kindergarten und Nähschule.

Für die Jahre des 2. Weltkrieges schweigen die Akten.

Doch kaum daß es sich abzeichnete, daß die Hitler-Diktatur zusammengebrochen sei, bereits am 2. Mai 1945 nämlich, also noch vor der endgültigen Kapitulation, frägt der Pfarrer an, ob die Gemeinde bereit ist, die bis 1939 vom Caritas-Verein benutzten Räume der Kinderschule wieder freizugeben. Dieser Verein hätte mit den Schwestern aus Gengenbach Interesse, den Kindergarten wieder zu übernehmen, wie sie es getan hätten, bevor die NSV sie übernahm.

Gleichzeitig wollte Pfr. Meier bei dieser Gelegenheit in der Pfarrei einiges ändern. Für den Aufbau der Jugendarbeit beabsichtigte er, Schönstatt-Schwestern nach Sandweier zu berufen, die sich hauptsächlich der weiblichen Jugendarbeit annehmen sollten. Dies wurde von der Schwester Oberin dahingehend verstanden, oder mißverstanden, Interpretationen möchte ich hierzu keine geben, daß man auf diesem Wege die Gengenbacher Schwestern aus Sandweier hinaushaben wollte. Pfr. Meier verwahrte sich gegen diesen Vorwurf und meinte, es müsse doch wohl angehen, daß Schwestern verschiedener Spiritualität in einem Hause zusammen wohnen und arbeiten, wenn dies zum Wohle der Pfarrei notwendig sei. Im übrigen wäre er gerne bereit, auch eine Schwester aus Gengenbach für die Heranbildung der weiblichen Jugend zu nehmen, sofern es aus Gengenbach solche überhaupt gäbe. Er weist dabei hin auf schlechte Erfahrungen, die er vor 1939 gemacht habe. Um welche Schwestern es sich dabei gehandelt haben soll, entzieht sich meiner Kenntnis, auch möchte ich es unterlassen, die einzelnen Schwesternwechsel aufzuführen, da es ohnehin nur recht lückenhaft sein könnte.

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