Mai 8 1990

Noch heute fließt das wundersame Öl

KNA Südwestdeutscher Dienst 42 / Dienstag, 8. Mai 90 

Noch heute fließt das wundersame Öl
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In Sandweier wird die heilige Walburga seit 500 Jahren verehrt

Sandweier/Baden-Baden, 7.5.90 (KNA) Alljährlich ist die Walburga-Kapelle in Sandweier am ersten Maisonntag Ziel zahlreicher Wallfahrer aus dem ganzen mittelbadischen Raum. In diesem Jahr begeht die Gemeinde das 500. Jubiläum der Wallfahrt zu der im süddeutschen Raum vielfach verehrten heiligen Walburga, die in einer Urkunde aus dem Jahr 1490 erstmals als Kirchenpatronin von Sandweier erwähnt ist.

Die Pfarrei Sandweier besitzt zwei Reliqien der Heiligen. Eine davon, urkundllich belegt, wurde ihr erst 1792 zugeteilt, während die ältere schon viel früher hierher gelangte. Sicher ist lediglich, daß in einem Dekret Bischof Alberts von Straßburg vom 9. Februar 1490 der damaligen Diözesangeistlichkeit der Auftrag erteilt wurde, die der St. Brigittenkirche in Iffezheim und der „Capella S. Walburgis ville Santvyler“ von den „römischen Kardinälen“ bewilligten Ablaßbriefe zu veröffentlichen.

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Dez. 30 1989

Sandweierer Bürgersöhne als badische Soldaten in Spanien und Rußland

Sandweierer Bürgersöhne als badische Soldaten in Spanien und Rußland

von Dr. Kurt Hochstuhl

Die enge Anlehnung Badens an den revolutionären Nachbarn im Westen hatte dem Markgrafen von Baden im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts eine zweifache Standeserhöhung eingebracht. 1803 wurde der seit 1746 regierende Markgraf Karl Friedrich zum Kurfürsten erhoben, 1806 mit Abschluß des Rheinbundes, dem Zusammenschluß süd- und westdeutscher Staaten zu einem von Frankreich abhängigen Bündnis, wurde ihm der Großherzogtitel übertragen. Damit einher ging eine gewaltige Arrondierung des badischen Staatsgebietes, die innerhalb weniger Jahre aus einem Kleinterritorium des deutschen Südwesten einen an Bevölkerungszahl, Flächeninhalt und ökonomischer Potenz nicht unbedeutenden Mittelstaat werden ließ. Natürlich gab es dies nicht umsonst und wie so oft, mußte der „kleine Mann“ die Zeche bezahlen. Die Rechnungsbücher jeder Gemeinde aus jener Zeit sind voll von den zahllosen ordentlichen wie außerordentlichen Beiträgen, die zur Erhaltung des im Lande liegenden napoleonischen Heeres geleistet werden mußten. Über die Kriegskontributionen und die zahlreichen Naturallieferungen hinaus, die seit Jahrhunderten auf der leidgeplagten Bevölkerung des Oberrheins lasteten, wurde die verstärkte Heranziehung von Landeskindern zum Kriegsdienst als besonders schmerzlich empfunden. 1789 bestand das markgräfliche Heer aus kaum mehr als 1500 Freiwilligen. Die machtpolitischen Ambitionen Napoleons verlangten nun die Schaffung einer großen Armee zur Unterstützung und zum Einsatz auf seiten der Franzosen.

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