Dez. 30 1989

Sandweierer Bürgersöhne als badische Soldaten in Spanien und Rußland

Sandweierer Bürgersöhne als badische Soldaten in Spanien und Rußland

von Dr. Kurt Hochstuhl

Die enge Anlehnung Badens an den revolutionären Nachbarn im Westen hatte dem Markgrafen von Baden im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts eine zweifache Standeserhöhung eingebracht. 1803 wurde der seit 1746 regierende Markgraf Karl Friedrich zum Kurfürsten erhoben, 1806 mit Abschluß des Rheinbundes, dem Zusammenschluß süd- und westdeutscher Staaten zu einem von Frankreich abhängigen Bündnis, wurde ihm der Großherzogtitel übertragen. Damit einher ging eine gewaltige Arrondierung des badischen Staatsgebietes, die innerhalb weniger Jahre aus einem Kleinterritorium des deutschen Südwesten einen an Bevölkerungszahl, Flächeninhalt und ökonomischer Potenz nicht unbedeutenden Mittelstaat werden ließ. Natürlich gab es dies nicht umsonst und wie so oft, mußte der „kleine Mann“ die Zeche bezahlen. Die Rechnungsbücher jeder Gemeinde aus jener Zeit sind voll von den zahllosen ordentlichen wie außerordentlichen Beiträgen, die zur Erhaltung des im Lande liegenden napoleonischen Heeres geleistet werden mußten. Über die Kriegskontributionen und die zahlreichen Naturallieferungen hinaus, die seit Jahrhunderten auf der leidgeplagten Bevölkerung des Oberrheins lasteten, wurde die verstärkte Heranziehung von Landeskindern zum Kriegsdienst als besonders schmerzlich empfunden. 1789 bestand das markgräfliche Heer aus kaum mehr als 1500 Freiwilligen. Die machtpolitischen Ambitionen Napoleons verlangten nun die Schaffung einer großen Armee zur Unterstützung und zum Einsatz auf seiten der Franzosen.

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Dez. 30 1988

Die Zeit der Luftschiffhalle, eine kleine Zeppelingeschichte

Die Zeit der Luftschiffhalle, eine kleine Zeppelingeschichte

Sonderbeitrag von Herrn Guido Müller †

Dieser Bericht dürfte für die Sandweierer Bevölkerung von besonderem Interesse sein, weil sich die jeweiligen Starts und Landungen der Luftriesen umittelbar vor den Augen unserer Bürgerschaft abgespielt haben. Von Sandweier aus waren diese weit besser zu beobachten, als von Oos oder gar von Baden-Baden. Der Flugplatz liegt auch im unmittelbaren Grenzgebiet unserer Gemeinde und unsere Landwirte waren immer besorgt um die Sauberhaltung der Platzanlage. Die Heu- und Öhmdernte war Sache der Sandweierer. Sie konnten manchmal Start und Landung während der Arbeit verfolgen und mußten zuweilen den Platz sogar verlassen, wenn ein Luftschiff starten oder landen wollte. Es gilt aber auch, die Begeisterung in der Bevölkerung wach zu rufen ob des gigantischen Flugkörpers. Wenn dieser mit etwa 120 Meter Länge den Ortsrand oder gar das Dorf, immer in geringer Höhe, überflog, so war alles auf den Beinen, am Ereignis des Tages mit dabei zu sein.

Was rennen konnte, rannte, was schreien konnte, schrie vor Begeisterung. Den Passagieren wurde zugewinkt und sie erwiderten freudig die Grüße der Menschen auf den Straßen. Arbeit und Verkehr standen still, man bestaunte ein Ereignis, das ja nur von kurzer Dauer war. Man begrüßte an solchen Tagen auch nicht mit dem obligarorischen „guten Morgen“ oder „guten Tag“, sondern mit „Heschän a gsähne“ oder wenn mehrere „Sondwiermer“ zu begrüßen waren, lautete die Anrede „Hänärnän a gsähne„. Um den Dialekt verständlich zu machen, sollte das heißen: „Hast Du ihn auch gesehen“ oder „habt Ihr ihn auch gesehen“.

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