Dez. 30 1992

Die Geschichte unseres Jagdhauses

Die Geschichte unseres Jagdhauses

von Rektor a. D. Karl Bruckner †

Zu Beginn dieses Berichtes muß die einschränkende Feststellung getroffen werden, daß vieles von dem, was hier niedergeschrieben wird, auf Vermutungen beruht, die allerdings einen verhältnismäßig hohen Wahrscheinlichkeitsgrad besitzen. Eine völlig lückenlose, anhand von Urkunden und sonstigen Schriftstücken belegte Aufklärung war trotz allen Bemühens nicht möglich. Trotzdem konnte manches Interessante über unser zukünftiges Heimatmuseum in Erfahrung gebracht werden.

Das Stollhofener Lagerbuch von 1511 – Sandweier gehörte bis 1791 zum Verwaltungsbereich des markgräflichen Amtes Stoffhofen -zählt unter anderen markgräflichen Gütern auch das Schafhofgut in Sandweier auf. Dieser Hof, der damals „144 Jeuch (= Morgen) Ackerland, 8 Tauen Matten und 2 Bünde Gemüse- und Krautgärten“ umfaßte, und der wegen seiner Bedeutung für die Schafzucht und -haltung eben diese Bezeichnung bis ins 19. Jahrhundert behielt, blieb vermutlich bis 1812 in Besitz der markgräflichen Herrschaft. Das Gut wurde mitsamt der Schafhaltung zumeist verpachtet, zumindest im 18. Jhd. Eine im Zusammenhang mit der Versteigerung der Pacht im Jahre 1794 aufgeführte Hofbeschreibung gibt Artikel weiterlesen…


Dez. 30 1989

Sandweierer Bürgersöhne als badische Soldaten in Spanien und Rußland

Sandweierer Bürgersöhne als badische Soldaten in Spanien und Rußland

von Dr. Kurt Hochstuhl

Die enge Anlehnung Badens an den revolutionären Nachbarn im Westen hatte dem Markgrafen von Baden im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts eine zweifache Standeserhöhung eingebracht. 1803 wurde der seit 1746 regierende Markgraf Karl Friedrich zum Kurfürsten erhoben, 1806 mit Abschluß des Rheinbundes, dem Zusammenschluß süd- und westdeutscher Staaten zu einem von Frankreich abhängigen Bündnis, wurde ihm der Großherzogtitel übertragen. Damit einher ging eine gewaltige Arrondierung des badischen Staatsgebietes, die innerhalb weniger Jahre aus einem Kleinterritorium des deutschen Südwesten einen an Bevölkerungszahl, Flächeninhalt und ökonomischer Potenz nicht unbedeutenden Mittelstaat werden ließ. Natürlich gab es dies nicht umsonst und wie so oft, mußte der „kleine Mann“ die Zeche bezahlen. Die Rechnungsbücher jeder Gemeinde aus jener Zeit sind voll von den zahllosen ordentlichen wie außerordentlichen Beiträgen, die zur Erhaltung des im Lande liegenden napoleonischen Heeres geleistet werden mußten. Über die Kriegskontributionen und die zahlreichen Naturallieferungen hinaus, die seit Jahrhunderten auf der leidgeplagten Bevölkerung des Oberrheins lasteten, wurde die verstärkte Heranziehung von Landeskindern zum Kriegsdienst als besonders schmerzlich empfunden. 1789 bestand das markgräfliche Heer aus kaum mehr als 1500 Freiwilligen. Die machtpolitischen Ambitionen Napoleons verlangten nun die Schaffung einer großen Armee zur Unterstützung und zum Einsatz auf seiten der Franzosen.

Allenthalben Artikel weiterlesen…