Dez. 30 2008

Zur Geschichte der Hebammen in Sandweier

Zur Geschichte der  Hebammen in Sandweier

von Dr. Kurt Hochstuhl

Der Beruf der Hebammen ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon immer halfen Frauen anderen Frauen bei der Entbindung und kümmerten sich um die Erstversorgung der Neugeborenen. Das erste bekannte Hebammenlehrbuch stammt aus Griechenland und wurde um 117 n. Chr. von einem gewissen Soranos in Ephesos verfasst. Wie alle heilkundigen Frauen gerieten auch die Hebammen immer wieder in den Verdacht, mit übernatürlichen Mächten zu paktieren, ja sogar die Hilfe des Teufels in Anspruch zu nehmen. Sie riskierten mehr als andere Personen, Opfer der Hexenverfolgung zu werden.

Schon früh erließ die fürstliche Verwaltung so genannte Hebammenordnungen, die die Tätigkeit, Pflichten und Aufgaben der Hebammen regelten. Aus Konstanz sind aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, aus Freiburg aus dem Jahre 1510 solche Hebammenordnungen bekannt. Schon im 17. Jahrhundert war mindestens eine Hebamme pro Gemeinde vorgeschrieben. Ihre Tätigkeit galt als „ein christlicher und löblicher Beruf durch welches Hülff alle Menschen an die Welt gebohren werden“, wie die baden-durlachische Landesordnung aus dem Jahre 1654 ausdrücklich betonte. Zu den christlichen Pflichten der Hebamme bei den gebärenden Frauen gehörte, dass sie „in wahrer Gottesforcht … den Allmächtigen um seine Gnade, Segen und Gedeyen zu der Geburt“ anrief. Jede Hebamme besaß das Recht zur Nottaufe, sollte es zu lebensgefährlichen Komplikationen bei der Geburt kommen.

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Dez. 30 1999

Unsere Kriegerdenkmäler

Unsere Kriegerdenkmäler

Ein kleiner zeit- und heimatgeschichtlicher Rückblick von Rektor a. D. Karl Bruckner †

Das zu Ende gehende Jahr gab für zahlreiche Gedenktage besonderen Anlass. Immer wurde auf vergangene Ereignisse hingewiesen und oft in besonderen Gedenk- oder Feierstunden sie mehr oder weniger einprägsam gewürdigt. Dass es 1999 sechzig Jahre waren, als der Zweite Weltkrieg begann, ist eigentlich wenig beachtet worden. Nur am Volkstrauertag hat man der vielen Opfer gedacht, die dieser grauenhafte Krieg, den der Chronist von Anfang bis zum bitteren Ende selbst miterleben mußte, forderte.

Im Zusammenhang damit, zugleich auch im Blick auf die leider immer wieder in einem Winkel dieser Erde auflodernden kriegerischen Auseinandersetzungen, stellt man sich unwillkürlich die Frage, ob es den Menschen denn nicht möglich ist, aus der Geschichte zu lernen, obwohl es doch fast überall Erinnerungsstätten oder Kriegerdenkmäler gibt, die zum Nachdenken und entsprechendem politischen Handeln auffordern. Doch meist läuft man achtlos an ihnen vorbei. Ihren nicht bloß als Gedächtnis an die Opfer sondern auch ihren mahnenden Sinn und Zweck nicht bedenkend.

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