Unsere Kriegerdenkmäler

Kriegerdenkmal beim alten Rathaus

Das hier gezeigte Bild ist einer sehr seltenen Sandweierer Grußkarte, einer Lithografie, die noch vor der Jahrhundertwende, also vermutlich um 1898 entstanden ist, entnommen. In diesem Jahr hat der Veteranenverein erneut versucht, die Genehmigung zu erhalten, bei der Kirche aufstellen zu dürfen, da es „am gewünschten Platze eine Zierde des Dorfes wäre“, so das Schreiben des Veteranenvereines an die „Verehrlichte Stiftungskommission Sandweier“ vom 10. Februar 1898. Er fand, aus welchen Gründen auch immer, kein Gehör.

Ein erneuter Antrag wurde am 25. April 1906 gestellt mit der für jene Zeit typischen Begründung, es wäre ein Andenken an den „glorreichen Feldzug gegen Frankreich 1870/71″. Zugleich wurde versichert, es im Laufe des Sommers zu „verschönern“. Unterschrieben ist dieser Antrag vom gesamten damaligen Verwaltungsrat des Veteranenvereins, dessen Vorsitzender nun Valerian Kinz (Sternenwirt) war. Am 22. Juli 1906 beschloß der katholische Stiftungsrat, immer noch unter Vorsitz von Pfarrer Hund, die Genehmigung zur Aufstellung des Kriegerdenkmals vor der Kirche „links vom Portal zwischen den beiden ersten links stehenden Bäumen“ zu erteilen. Allerdings wurde zur Bedingung gemacht, daß das Denkmal „ein entsprechend eisernes Geländer mit vier steinernen Eckpfosten“ erhält und so aufgestellt wird, „daß der Platz für die Prozessionen um die Kirche in keiner Weise eingeengt wird.“ Was den Sinneswandel bewirkt hat, ist nicht bekannt. Dem Vorschlag des Stiftungsrates wurde Rechnung getragen, das Denkmal umgesetzt, erhielt eine entsprechende Einfriedung, und auf dem Obelisk, auf dem die Namen der Gefallenen standen, wurde oben ein eherner Adler aufgesetzt. Dem in jenen Jahren amtierenden Bürgermeister von Sandweier, Christian Peter, der zugleich auch Mitglied des Verwaltungsrates des Veteranenvereins war, dürfte es zu verdanken sein, daß der Verein von der Gemeinde im Jahre 1896 150 Mark für die Erstellung, 1906 350 Mark für die Umsetzung und Verschönerung erhielt. Bewundernswert ist auf jeden Fall die Ausdauer des Veteranenvereins, einem Kriegerdenkmal einen günstigeren Platz zu geben.

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