Okt. 14 1993

Nutzungsvertrag unterschrieben

Nutzungsvertrag jetzt unterschrieben

Museum bald Begegnungsstätte „für Bürger“

 Heimatverein Sandweier hat viel Geld und Arbeit in Haus investiert

 Sandweier (gl). Dieser Tage wurde der Nutzungsvertrag für das Heimatmuseum mit der Stadt unterzeichnet. Der Erste Bürgermeister Jörg Zwosta sowie die beiden Vorsitzenden Friedrich Gantner und Siegbert Schindler setzten ihre Unterschriften unter eine Vereinbarung, die dem Heimatverein die überwiegende Nutzung des ehemaligen Jagdhauses in der Römerstraße überläßt. Vor einigen Jahren hatte die Stadt das Haus aus Privatbesitz erwerben können. Damit wurden bereits jahrelange Bemühungen der Gemeinde- und heutigen Ortsverwaltung belohnt.

Mit großem‘ finanziellen Aufwand seitens der Stadt und vielen Arbeitsstunden seitens des Heimatvereins wurde das Haus zwischenzeitlich auf Vordermann gebracht. Strenge Auflagen des Denkmalamtes mußten dabei berücksichtigt werden. Das erste Ergebnis der mühsamen Arbeit konnte bereits Ende September im Rahmen eines kleinen Festes besichtigt werden. Diese Arbeit soll nun weitergeführt werden. Im Hauptgebäude sind noch Räume für die Unterbringung des alten Gemeindearchives reserviert, das mittelfristig eingerichtet werden soll. Weitere Räume stehen noch für Ausstellungsgegenstände zur Verfügung: Zum Anwesen gehört weiterhin ein großer Ökonomietrakt, der ebenfalls für museale Zwecke genutzt werden soll. Beispielsweise ist die Einrichtung einer für Sandweier typischen Schnapsbrennerei geplant.

Der Erste Bürgermeister Jörg Zwosta freute sich, daß das Gebäude trotz knapper Kassen noch erworben und renoviert werden konnte. Damit sei ein wichtiges Gebäude der Nachwelt erhalten. Es sollte aber nicht nur als Museum sondern als Begegnungsstätte für die Bürger dienen.

Vorsitzender Friedrich Gantner dankte der Stadt- und Ortsverwaltung für die Arbeit, die bis zur erfolgten Übergabe geleistet wurde.

Die Vertragspartner setzten in Anwesenheit Vorstandschaft des Vereins, Ortsvorsteher Hofmann sowie Franz Ambrus vom Kulturamt der Stadt ihre Unterschriften unter das Dokument, das dem Verein weitgehende Rechte zur Nutzung des Gebäudes und seine Nebenanlagen einräumt. Damit wurde ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Vereinsgeschichte gesetzt, die mit der Herausgabe des Heimatbuches 2001 sowie einer Broschüre über die Geschichte des Gemeindewaldes bereits mehrere Höhepunkte zu verzeichnen hatte.

Unterschriftsleistung über den Nutzungsvertrag

BRIEF UND SIEGEL: Der Nutzungssvertrag für das Sandweierer Heimatmuseum wurde jetzt unterschrieben – unter anderen vom Ersten Bürgemeister Jörg Zwosta (Mitte) (Foto: Lippert)


Sep. 29 1993

Weitere Arbeiten ohne Spenden nicht möglich

Heimatmuseum Sandweier

Weitere Arbeit ohne Spenden nicht möglich

Beim Tag der offenen Tür konnten sich die Bürger vom Fortgang des Projektes überzeugen

 Sandweier (gl). Seinen zweiten Hock veranstaltete der Heimatverein auf dem Gelände des Alten Jagdhauses und künftigen Heimatmuseums. Zwar spielte der Wettergott nicht wie gewünscht mit, dafür hatte der rührige Heimatverein um den Vorsitzenden Friedrich Gantner einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Seit der letzten Veranstaltung im vergangenen Jahr hatte sich einiges verändert. Der harte Kern aktiver Mitglieder des Vereins hatte das Gebäude sowohl außen als auch insbesondere innen zu einem Schmuckstück verwandelt.

In vielen Arbeitsstunden wurden zunächst die dringenden Sanierungsarbeiten vorgenommen.

Die zweite Hauptarbeit bestand in Einrichtung der ersten Ausstellungsstücke. Maßgeblichen Anteil hatte hierbei der frühere Rektor und künftige Leiter des Heimatmusems Bruckner. In Zusammenarbeit mit Fachleuten und Helfern hat er interessante Exponate zusammengetragen, die nun in einer Ausstellung der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Prunkstück im Haus ist zweifellos das Jagdzimmer, das teilweise mit gestifteten und erworbenen präparierten Tieren bestückt ist. Im Obergeschoß sind gleich mehrere Ausstellungen

Etliche Stücke zur Heimatgeschichte vom Mammutzahn bis zum neuesten Erwerb des Vereins, einem Modell des alten Rathause konnten besichtigt werden. Weitere Räume sind sakrale Gegenständen vorbehalten, überwiegend Leihgaben der Pfarrgemeinde. Im Mittelpunkt dort zwei alte Fenster der Friedhofskapelle, die erst vor einiger Zeit aufgefunden wurden und dringend restauriert werden müssen. Hierbei ist der Verein weiterhin auf großzügige Unterstützung angewiesen, da derartige Maßnahmen Unsummen von Geld verschlingen. Fast ununterbrochen führte Karl Bruckner interessierte Gäste durch die Räume des Jagdhauses.

Währenddessen konnte man sich im in den Seitengebäuden stärken und sich im Hof und in den Seitengebäuden stärken und sich von den angebotenen Speisen und Getränken verwöhnen lassen. Viele hatten sich noch gerne an dem großen Erfolg des vergangenen Jahres erinnert, an dem sowohl das Wetter als auch die musikalische Untermalung einen unvergesslichen Eindruck hinterließen. Aufgrund einer kurzfristigen Absage mußte man in diesem Jahr auf Musik vom Band zurückgreifen und die Sitzgelegenheiten in geschützte Räume verlegen.

Hock mit Tag der offenen Tür 1993

Trotzdem fanden viele Sandweierer den Weg zum künftigen Heimatmuseum, um sich Arbeit des Vereins zu informieren. Der erste Ansturm setzte nach dem Hauptgottesdienst und Feier bei der Statue in der Römerstraße ein. Spätestens zur Kaffeezeit nutzten etliche Interessierte sowohl die Besichtigungs – als auch Bewirtungsmöglichkeiten.

(Foto: Lippert)