Dez.
30
2001
Auswanderungen aus Sandweier im 18. Jahrhundert
von Rektor a. D. Karl Bruckner †
Jeder, der unser Heimatbuch kennt und nun die Überschrift dieses Aufsatzes liest, wird sich im ersten Moment denken, darüber ist ja dort ausführlich berichtet worden. Das ist sicher richtig. Doch hatte der Autor dieses Berichtes Guido Müller † damals nicht den Zugang zu entsprechenden Informationen, um speziell die Auswanderung zahlreicher Sandweierer Bürger und Bürgersfamilien nach Südosteuropa, insbesondere Ungarn detailliert schildern zu können.
Der pensionierte ehemalige Bundesbahndirektor Werner Hacker hat in wahrlich hervorragender Weise in seinem Werk „Auswanderungen aus Baden und dem Breisgau“ die Auswanderer des 18. Jahrhunderts auch unseres Heimatdorfes erfasst und festgehalten. So können alle Personen, die in jenen Jahren Sandweier den Rücken kehrten und in der Fremde ihr Glück suchten, hier namentlich aufgeführt werden. Leider sind insbesondere die Angaben in den Baden-Badener Akten oft recht lückenhaft. So fehlt sehr häufig der Vermerk des Zielortes bzw. Ziellandes des Auswanderers. Allerdings lässt die jeweils festzustellende allgemeine Trendlage verhältnismäßig sichere Vermutungen zu. Doch zuvor einige Überlegungen darüber, was die Auswanderer bewegt hat, ihre Heimat zu verlassen, sich einem vielleicht doch recht ungewissen Schicksal auszusetzen. Da wäre natürlich zuerst die von Österreich betriebene Werbung, wie sie im ersten Heimatbuch beschrieben ist, zu erwähnen. Anfänglich, Artikel weiterlesen…
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Mai
10
2001
Zeugen mittelalterlichen Ackerbaus auf Sandweierer Gemarkung
von Rektor a.D. Karl Bruckner †
Wer sich im Sandweierer Heimatbuch ein wenig über die Frühgeschichte unseres Dorfes informiert, erfährt dabei, dass Sandweier als „Hardtdorf`, zwischen dem sog. Hochgestade des Rheines und dem westlichen Ufer des damaligen Landsees liegend, eine Ausbau-Siedlung von Iffezheim ist. Zweifelsohne ist Iffezheim um einiges älter als Sandweier.
Unser Dorf liegt auf der sog. „Stollhofener Platte“, ein mit Geröll, Kies und Sand aufgefülltes Gebiet, das sich von Rastatt bis Stollhofen hinzieht. Die Besiedlung dieses Landstriches erfolgte um einiges später als die des Landstreifens entlang des Hochgestades, eigentlich verständlich wegen des nicht gerade fruchtbaren Bodens. Aber dann hat man anscheinend doch eine Möglichkeit gefunden, dem Boden gewisse Erträge abzuringen durch die Anlage von so genannten Hochäckern, die nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer Form wegen als „Wölbäcker“ bezeichnet werden. Und solche sind auf der Stollhofener Platte in recht umfangreichem Maße festzustellen. Diese sicherlich ziemlich eigenartige Form der Bewirtschaftung des Ackerbodens war Anlaß, eine eingehende Forschung über Vorkommen, Alter, Größe und vor allem über ihre Bedeutung anzustellen. Auf die Initiative von Herrn Karl Hauger, Rastatt, wurde von dem Institut für Landespflege der Universität Freiburg ein Arbeitskreis gebildet, der sich diese Aufgabe stellte.
Da Wölbäcker Artikel weiterlesen…
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