Mai 11 2010

Geschichtsdaten in Kürze von 1722 bis 1799

Aus den Rechnungsbüchern der Gemeinde Sandweier

Wie die meisten Gemeinden der Umgebung war auch Sandweier beim Überfall der französischen Streitmacht im Jahre 1689 ein Raub der Flammen geworden. Daher reichen die Aufzeichnungen des Gemeindearchivs auch nur bis zu diesem Datum zurück.
Aus den weit über tausend Seiten Aufzeichnungen wird hier ein kleiner Teil bedeutsamer und anekdotenhafter Berichte für die Zeit von 1722 bis 1950 und ergänzend bis in die Neuzeit chronologisch aufgeführt. Sie zeigen auf ihre Weise die Entwicklung des Hardtdorfs Sandweier und seiner Bevölkerung von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.

Um die nachfolgend häufig benützten Währungseinheiten fl und kr besser einordnen zu können, wird folgende Erklärung hierzu gegeben: Bis 1872 wurde im Land Baden die alte Markgräfliche Landmünze, ein Gulden (Florentiner), gebraucht. Die Abkürzung für einen Gulden ist 1 fl nach der Stadt Florenz, in der die Münze zuerst geprägt wurde. Der Wert des Gulden schwankte im Laufe der Jahrhunderte. Ebenso änderte sich auch immer wieder die Form des Gulden. 60 Kreuzer (kr) ergaben einen Gulden. Daher gilt: 60 kr = 1 fl
Das ebenfalls einige Male angegebene Flächenmaß 1 Morgen entspricht 36 a oder 3 600 qm.

 Chronologie von 1799 bis 1722

  1799

Erneut müssen Einquartierungen geduldet werden. Das Oberamt Baden erhält die Auflage, für 4 526 Portionen Brot, 4 531 Portionen Hafer und 4 564 Portionen Heu zu sorgen.
Der Anteil, den die Gemeinde Sandweier dazu beizutragen hat, beträgt 472 Pfund Brot, 11 Malter 2 1/2 Simmere Hafer und 23 Zentner 80 Pfund Heu.
Im Ort gibt es zwei Schmiede, Nicolas Walter und Sebastian Boßler.
 Der Bürgermeister ist nicht nur für Verwaltungsangelegenheiten zuständig. Im Diätenbuch findet sich auch folgender Eintrag:
… hab ich das Dor an dem Herrschaftshof zugemacht und den Pfosten eingekrabe . . .
hat es neben dem Bäcker ein sogenanntes Backhaus gegeben, das die Bürger benutzen konnten.

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Dez. 30 1993

Unser Heimatmuseum – Rückschau und Ausblick 1993

Eine Rückschau und ein Ausblick

von Rektor a. D. Karl Bruckner †

Im Jahresrückblick 1992 habe ich recht ausführlich über die langjährige Geschichte des ältesten Gebäudes unseres Dorfes bzw. Stadtteiles berichtet. Dabei konnte ich mit Genugtuung am Schluß auf die Absicht hinweisen, zumindest einen großen Teil des Jagdhauses und auch des Ökonomiegebäudes als Heimatmuseum zu nutzen, ein Vorhaben, das sowohl vom Ortschaftsrat als auch von der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat befürwortet wurde bzw. keinen Widerspruch erfuhr.

Es war nicht einfach, für diesen Plan eine eigene, für unsere Gemeinde typische Konzeption zu finden, sind doch in unserem näheren und weiteren Umfeld zahlreiche Heimatmuseen entstanden oder dabei, sich zu entwickeln. Da ich mich mit zu den Initiatoren zählen darf und bei der Erarbeitung der Museumskonzeption maßgeblich mitwirkte, möchte ich Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, über das berichten, was in diesem Zusammenhang bislang schon geschehen ist und was der Heimatverein als Träger der ganzen Aktion noch weiter zu tun gedenkt. Viele von Ihnen haben sicher beim Herbstfest des Vereines Ende September die Gelegenheit wahrgenommen, sich selbst von dem bis jetzt Geschehenen und Erreichten einen Einblick zu verschaffen.

Inschrift und Wappen am Eingangsportal des Heimatmuseums

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