Renovationsprotokoll

Zentrum des Dorfes war noch die alte Kirche mit dem ummauerten Kirchhof, das Pfarrhaus, das Schulhaus und das an der Landstraße und der Dorfgasse gelegene Rathaus. „Ein zweistöckiges, ganz von Stein aufgeführtes an der Landstraße stehendes Gebäude, das Rathaus, einseits die Landstraß, anderseits die Dorfgaß, vorn die Gaß“ – so die Beschreibung im Protokollbuch. Unser Dorf hatte also einen echten Mittelpunkt.

Entlang dieser genannten Straßen standen nun die 98 Bauernhäuser,, alle waren Fachwerkhäuser, zumeist Wohnhaus, Stallung und Scheune unter einem Dach. Nur hin und wieder sind noch gesonderte Stallungen oder Remisen aufgeführt. 14 einstöckige, 77 eineinhalbstöckige und 7 zweistöckige Fachwerkhäuser sind in dem Buch mit ihren „Hofraithen“ und ihren Besitzern festgehalten. Zweistöckig waren z.B. die Gastwirtschaften „Grüner Baum“, „Krone“ und „Hirsch“. Auch die von Georg Ullrich betriebene Schmiede war in einem zweistöckigen Fachwerkhaus untergebracht. Der „Grünbaumwirt“ Franz Müller und der „Kronwirt“ Johann Eberhard waren zugleich Metzger. Die sonstigen Handwerker betrieben ihr Gewerbe neben der Landwirtschaft.

Am 22. Juni 1808 fand im Zusammenhang mit der steuerlichen Veranschlagung auch eine Viehzählung statt. In unserem Dorf, das zu jener Zeit so knapp 600 Einwohner zählte – 93 davon waren Bürger – gab es 125 Pferde, 141 Kühe, 1 Stier, 2 Ochsen und 168 Schweine. Die in unserer Gemeinde verhältnismäßig zahlreich gehaltenen Schafe wurden aufgrund eines Einspruches der Dorfbewohner, vertreten durch ihren Schultheißen Leonhard Frank, nicht gezählt, da die im Schafhof untergebrachten, sich in „landesherschaftlichen Besitz“ befindlichen Schafe zur Steuer nicht veranschlagt werden sollten.
Wir bewundern den Mut der  Bürger, sich schon zur damaligen Zeit gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen.

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