Mai 5 2021

In der Geggenau stand einmal ein Tierpark

Heimatverein Sandweier berichtet über ein Naturparadies vor der Haustür / Riedkanal vor Jahren naturnah umgestaltet

Bericht vom 13.4.2021 von dem BNN Mitarbeiter Ralf-Joachim Kraft

Baden-Baden-Sandweier. Mit dem Begriff Geggenau kann die Suchmaschine nicht viel anfangen. Stattdessen spuckt Google unzählige Einträge zum Begriff Gaggenau aus.

Dabei hat das eine mit dem anderen kaum etwas zu tun – abgesehen vom ähnlich klingenden „Geggen“ und „Gaggen“ sowie der Wortendung „au“. Diese führt den Suchenden schließlich auf die richtige Spur. Denn das „Au“ steht für Siedlungen an Niederungen, fließenden Gewässern oder auf Inseln, aber auch für Landschaften, die von Tiefgestaden geprägt sind. Das Wort „Au“ oder „Aue“ (althochdeutsch „ouwa“, mittelhochdeutsch „ouwe“) bedeutet Land am oder im Wasser, Insel oder feuchter Grund.

Bei der Geggenau handelt es sich um ein „landschaftlich bemerkenswertes Feld- und Waldgebiet“ auf den Gemarkungen Iffezheim und Sandweier.

Die beiden Dörfer waren bis 1571 eine politische Gemeinde, besaßen zusammen einen Kirchspielwald, Wiesen und Äcker. Ab 1756 diente die Geggenau dem Markgrafen Ludwig Georg von Baden-Baden, im Volksmund der Jägerlouis, als Tiergarten. Dieser beherbergte 16 Jahre lang Rehe, Rotwild, Damwild, Schwarzwild und eine Fasanerie. 1772 wurde er aufgegeben, weil die Nachfolger des Jägerlouis wenig bis kaum Interesse an dem Park hatten. Die Gemeinden erhielten die Geggenau zurück. So steht es im 1988 erschienenen Heimatbuch „Sandweier“ von Guido Müller und Karl Bruckner. Theo Müller, Sohn des Mitautors und Mitglied des Heimatvereins Sandweier, weiß über die von herrlichem Laubwald und saftigen Wiesen geprägte Landschaft südwestlich von Rastatt einiges zu berichten.

Geologisch gehört die Geggenau zum Gestade der Rheinniederung. Als das höher gelegene Tiefgestade sei sie quasi die „Gegen-Aue“ zur tiefer gelegenen Rheinaue. Daher der Name.

Kreisarchivar Martin Walter verweist auf Heinz Bischofs Buch „Unsere Ortsnamen“ (1961). Hier steht, dass Geggenau „die gegenüberliegende Au“ bedeutet. Zu Verwechslungen von Gaggenau und Geggenau kommt es laut Müller eher selten. Das abgelegene, von Mühlbachgraben, Riedkanal und altem Rhein umgebene Vogel- und Pflanzenparadies sei nur wenigen bekannt. Sehr geschätzt werde das Naturschutzgebiet (seit 1954), das heute auch Teil des FFHGebiets „Rheinauen zwischen Wintersdorf und Karlsruhe“ ist, allerdings von Wanderern, Naturliebhabern und Vogelfreunden.

Wie Müller berichtet, wurde die Geggenau ab 1992 in Abstimmung mit dem Sandweierer Ortschaftsrat ökologisch aufgewertet. Ackerflächen wichen einer extensiven Grünlandnutzung. Eine Nussallee entstand. Es wurden Hecken, Schilfröhricht und vieles mehr angepflanzt. Nach einem erfolgreichen Testlauf ließ das Regierungspräsidium Karlsruhe ab 2013 auf Sandweierer Gebiet den Riedkanal in der Geggenau auf einer Länge von einem Kilometer zu einem naturnahen Gewässer umgestalten. Die 2014 abgeschlossene Maßnahme kostete rund 200.000 Euro. Seither kann dort wieder der Eisvogel brüten. Auch Fische wie das Bachneunauge und der Steinbeißer oder die Helm-Azurjungfer, eine Kleinlibellenart, finden hier geeignete Lebensräume. Die Gewässerumgestaltung fand im Rahmen des knapp zehn Millionen Euro teuren Life+ Projekts „Rheinauen bei Rastatt“ (2011 bis 2015) statt. Der Riedkanal war in den 1930er Jahren gebaut worden, um das Gebiet zu entwässern und urbar zu machen. Auf der nicht bewaldeten Uferseite des Kanals schließt sich die „Uchtwaid“ an.

So werde im Volksmund die Geggenau genannt, heißt es im Heimatbuch-Beitrag von Guido Müller. Der Autor schreibt dort, dass das Acker- und Wiesengelände in früheren Zeiten den älteren Einwohnern den „Bürgergenuss“ sicherte. Neben mehreren Ster Bürgerholz bescherte der auf der Gemeindeflur (Allmend) hart erarbeitete Acker- und Wiesenertrag den Bürgern eine kleine Altersrente.


Apr 25 2021

Mitgliederversammlung des Heimatvereins Sandweier am 16.04.2021 als Videokonferenz

Auf Grund der Coronapandemie konnte die Mitgliederversammlung nur durch eine Videokonferenz stattfinden.

  1. Begrüßung und Abstimmung über die Tagesordnung
    Der Vorsitzende Florian Gantner eröffnete die Sitzung, indem er alle Anwesenden herzlich willkommen hieß.
    Die Einladung war der Satzung nach ordnungsgemäß im Gemeindeanzeiger abgedruckt worden.
    Die Punkte der Tagesordnung wurden einstimmig akzeptiert. Es gab keine weiteren Anträge zur Änderung derselben.
  2. Totengedenken
    In einer Schweigeminute gedachten wir der verstorbenen Mitglieder:
    Gerhard Pfau, Wilfried Müller
  3. Rechenschafts- und Tätigkeitsbericht des Vorstandes
    Der Vorsitzende hat angesichts der nicht möglichen Veranstaltungen nicht viel zu berichten. Nur wenige kleine Aktionen konnten im Sommer gemacht werden.
    Das neue Buch und der Kalender waren eine wichtige Stütze für die Kasse und sehr erfolgreich.

    Bericht des 2. Vorsitzenden:
    Auch Rainer Braun konnte angesichts der Pandemie nicht viel berichten und bedankte sich bei allen Aktiven für die Mitarbeit.

    4a) Bericht des Kassieres:
    Der Kassenstand hat sich im Laufe des Jahres durch nur geringe Einnahmen um 1/3 verringert. Auch wurden Spenden des Vorjahres planungsgemäß für den Anbau der Schmiede verwendet.
    Die einzelnen Abrechnungen sowie Erläuterungen sind dem Kassenbericht zu entnehmen.
    b) Aussprache hierzu: Es gab keine Nachfragen

    4c) Bericht der Kassenprüfer: Franz Reiß und Jürgen Pfeifer haben am 08.04.21 die Kasse geprüft und bescheinigten eine einwandfreie Kassenführung.

    4d) Entlastung des Kassiers: Die Entlastung erfolgte einstimmig.
  4. Entlastung des Gesamtvorstandes: Sie wird ebenfalls von Franz Reiß beantragt und erfolgt ebenso einstimmig.
  5. Wahlen
    Zur Wahl standen: 2.Vorsitzender, Schriftführer, Beisitzer:
    Wiederwahl Siegbert Schindler, Friedlinde Schneider, Manuel Brenneisen, Ute Seifermann. Neuwahl: Die Wahl erfolgt über das Abstimmungstool und einstimmig.
  6. Mitgliedsbeitrag gem. § 10e der Satzung:
    Es besteht keine Notwendigkeit den Beitrag zu erhöhen.
  7. Verschiedenes

    Die Sitzung endete um 19.53. Uhr.
    Der Vorsitzende dankte allen für ihre Anwesenheit und ihr Mitwirken.
    Sandweier, den 16.04.2021
    Florian Gantner
    HEIMATVEREIN SANDWEIER e.V.