Die alten Glasmalerei-Fenster der Marienkapelle am Friedhof in Sandweier

 

Der seelige Bernhard von Baden
 
Der sel. Markgraf Bernhard von Baden ist Patron des Landes Baden und neben dem hl. Konrad auch Patron unserer Erzdiözese Freiburg. Seine Seligsprechung wurde im Jahre 1769 von Papst Clemens XIV. vorgenommen. Aber seine Verehrung als heiligmäßig lebender junger Mann ist um Jahrhunderte älter. Vom seligen Bernhard liegen uns genaue historische Daten vor. Da unser Heimatort zu seinem Herrschaftsbereich gehörte, ist seine Verehrung auch bei uns schon sehr alt. Bernhard war der zweite Sohn des Markgrafen Jakob von Baden und im Jahre 1428 auf Schloß Hohenbaden geboren. In Frankreich erzogen am Hofe des Königs Rene von Anjou, wurde er schon in jungen Jahren in die damals recht häufigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedensten Kriegsparteien verwickelt. 1453 starb sein Vater und Bernhard erbte einen Teil der markgräflichen Lande. Er aber verzichtete zugunsten seines Bruders Karl, um sich ganz dem damaligen deutschen Kaiser Friedrich III. zur Verfügung zu stellen, der versuchte, die Abwehr der auf dem Balkan heranrückenden Türken zu organisieren. Diese hatten schon 1453 Konstantinopel erobert, das christliche Abendland war in höchster Gefahr. Der junge, überaus pflichtbewußte, religiös stark gebundene Bernhard erhielt den Auftrag, die christlichen Fürsten des Abendlandes zu einem Kreuzzug gegen die immer weiter vorrückenden Osmanen zu bewegen. Als er im Frühjahr des Jahres 1458 auf dem Weg nach Norditalien war, wurde er von einer bei Genua ausgebrochenen Pestepedemie aufgehalten. Er selbst wurde von der furchtbaren Krankheit befallen, starb am 15. Juli 1458 in Moncalieri im Kloster San Francesco und wurde in der dortigen Hauptkirche beerdigt. Die Legende berichtet von der Heilung eines Kranken während des Beerdigungsgottesdienstes. Der junge badische Markgraf genoß schon damals den Ruf der Heiligkeit. Es sollte aber noch über 200 Jahre dauern, bis seine Seligsprechung erfolgte. Nach wie vor sind Bestrebungen im Gange, eine Heiligsprechung des sei. Bernhard von Baden zu erreichen.

 Auf unserem Fenster ist der sei. Bernhard so zu sehen, wie er schon im Mittelalter dargestellt wurde. Man erkennt zwar nicht den Harnisch, denn er trägt darüber einen Mantel mit dem roten Kreuz der Kreuzfahrer. In seiner rechten Hand hält er eine Lanze mit der Kreuzfahrerfahne, die linke Hand stützt sich auf das Schild mit den badischen Farben. Sein Haupt ist ohne Helm, ein Zeichen, daß er eigentlich nicht als Kriegsheld dargestellt werden sollte. Dieses Fenster ist zweifelsohne auch in heimatgeschichtlicher Hinsicht von Bedeutung, da es die enge Beziehung unseres Dorfes zum badischen Herrscherhaus und zum Kloster Lichtental verdeutlicht. Auf die enge Partnerschaft zwischen Baden-Baden und Moncalieri darf in diesem Zusammenhang ebenfalls hingewiesen werden. In unserer Pfarrgemeinde wird der sel. Bernhard als Mitpatron der Pfarrkirche verehrt (15. Juli). 

Der heilige Maximilian von Cilli
 
Der hl. Maximilian, verehrter Namenspatron des Pfarrherrn Freiherr Maximilian Rinck von Baldenstein, wie die Stifterinschrift am Sockel des Fensterbildes beweist, stammte aus Cilli, dem heutigen Celje in Slowenien, früher zur österreichischen Steiermark gehörend. Er ist bevorzugter Namenspatron süddeutscher, besonders bayerischer und österreichischer Adelsfamilien und genießt noch heute im Dom von Passau besondere Verehrung. Allerdings sind auch von ihm kaum historisch überprüfbare Überlieferungen vorhanden. Der als „Apostel von Norikum“, einer römischen Provinz im westlichen Alpengebiet, geltende Heilige lebte im 3. Jahrhundert. Die Zeit seines Märtyrertodes dürfte etwa um das Jahr 284 n. Chr. liegen, einer Zeit, als die Christen unter den römischen Herrschern besonders zu leiden hatten. Von Papst Sixtus II. als Bischof bestätigt, missionierte er bis ins Salzburger Land und Südbayern hinein. Das erklärt auch die besondere Verehrung, die er in diesen Gegenden genießt. Geschichtlich beglaubigt ist jedenfalls die Tatsache, daß er die Kirche von Loch (Laureacum) bei Enns in Oberösterreich gegründet hat. Schon zu Zeiten des hl. Rupert von Salzburg im 8. Jahrhundert ist seine besondere Verehrung beurkundet.

Seine Darstellung im Kapellenfenster ist als besonders gelungen anzusehen. Der bärtige Kopf trägt eine prachtvolle Mitra. Seinen Körper umhüllt ein faltenreicher Chormantel mit bischöflicher Stola. Während von seinem rechten Arm der Bischofsstab gehalten wird, erfaßt seine rechte Hand ein langes, spitzes Schwert, die linke drückt wohl eine Bibel oder ein Gebetbuch an seine Brust. Im Sockel finden wir das einfache Wappen der Frhn. Rinck von Saldenstein; ein schwarzer Achsenpflock (Lünse) mit Öhr am unteren Ende, auf silbernem Grund. Über bzw. neben dem Wappenschild die Innschrift: „Gestiftet von Maximilian, Ludwig Fidelius Frh. Rinck von Baldenstein, Pfarrer, zur Ehre seines hl. Patrones.“ Links unter dein Wappenschild finden wir die Jahreszahl 1889.

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