Bewahrung örtlichen Kulturgutes

 

Eine ganze Reihe von Bildstöckchen, Wegkreuzen einschließlich der Kleinkapelle am Friedhof zieren unsere Gemarkung. Oft kaum beachtet am Wegesrand haben sie die Jahrhunderte überdauert und so manche Generation überlebt.

Als wertvolles örtliches Kulturgut gilt es, diese zu hüten und zu bewahren. Für die im öffentlichen Eigentum stehenden Kreuze konnten glücklicherweise in diesem Jahre (Anm.: 1980) Mittel für die Instandsetzung bereitgestellt werden. Die Renovationsarbeiten, die nur durch Spezialisten ausgeführt werden können, haben begonnen.

Wir haben mit Hilfe von Herrn Guido Müller†, Herrn Hartmut Wagenbrenner und Herrn Karl-Heinz Schwander eine Dokumentation ausgearbeitet und wollen auch für die Archivierung besorgt sein. Heute stellen wir die uns bekannten und zugänglichen Kulturdenkmale vor:

b) Wegkreuze und Bildstöcke – Christliche Zeugen unserer Ahnen

b) Wegkreuze und Bildstöcke – Christliche Zeugen unserer Ahnen.

Eine Anzahl schöner, gut erhaltener Wegkreuze haben wir in unserer Gemeinde, die heute nicht mehr gebührende Beachtung finden. Sie sind die ältesten Zeugen der Vergangenheit in unserer Gemeinde im Schatten grünender Birken mitten oder am Rande des Dorfes und draußen auf unseren Fluren.

Der Bezug der Menschen scheint einzuschlafen gegenüber diesen wachen Gebetsstationen an Straßen und Wegen auf Feld und Flur. Bis in die fünfziger Jahre sind die Bittprozessionen hinausgezogen Markustag, 25. 4. beginnend, zweimal in der Bittwoche und als Abschluß galt die feierliche Gelöbnisprozession am Himmelfahrtstag. Nur Letztere hat sich erhalten. An den Flurkreuzen wurde Station gemacht, gebetet und gesungen um Segen und eine gute Ernte.

Die Feldkreuze standen und stehen auch heute noch an Wegkreuzungen, Abzweigungen und an der Gemeindegrenze. Besonders sinnvoll ist das Kruzifix am Rieder Weg.

Dort wo der Pflugweg abzweigt, begannen die Wege zur oberen und unteren Geggenau (Uchtwaid). Eine Stunde Geh- oder Fahrweg war notwendig, um auf die Äcker, die Matten, oder in den gemeindeeigenen Wald zu kommen.
War es da nicht sinnvoll am Anfang der Wege das Kreuz zu errichten? Gewissermaßen Betrachtung und Gottes Segen zu erbitten auf den weiten Weg und die harte Arbeit.

Als unsere Großväter bedächtig mit dem Kuhfuhrwerk diesen Weg fuhren, dann schauten sie auf zum Bildnis des Gekreuzigten, lupften den Hut oder die Kappe und murmelten ein Gebet.

 Wenn deren Enkel am gleichen Platz mit dem Traktor oder Auto vorbeikommen, so haben sie keine Zeit aufzuschauen, die ganze Aufmerksamkeit muß dem Verkehr gewidmet werden. Von solchen Notwendigkeiten ist das Kreuz am Wege in seinem eigentlichen Sinn zurückgedrängt worden und fast steht es nicht mehr am, sondern im Wege.

Welche Achtung, Ehrfurcht und Frömmigkeit muß in den damaligen Menschen, unseren Ahnen, gelebt haben, die diese Monumente erstellen ließen? Zweifellos aus dem Beweggrund heraus, der Herrgott möge auf allen Wegen und bei jeder Arbeit mit ihnen sein.

Die meisten Werke stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Erst zwischen 1875 und 1893 sind drei weitere Stiftungen durch Angehörige der Familie Frank und Burkart zu verzeichnen.

Auch unsere Generation war nicht müßig.
Es wurde Beachtliches getan, das Geschaffene zu erhalten und zu pflegen und das muß geschätzt werden.

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