Unser Jagdhaus

Unser Jagdhaus

ein „Geschenk“ der Markgrafen von Baden Durlach
 Ein kleiner Ausflug in die badische Geschichte :

von Rektor a.D. Karl Bruckner †

 Im Jahresrückblick von 1992 habe ich recht ausführlich über die Geschichte unseres Jagdhauses, das uns jetzt als schmuckes und interessantes Heimatmuseum dient, berichtet. Dabei habe ich auch erwähnt, daß dieses Haus, das 1602 erbaut wurde, in einer Zeit entstand, als die Markgrafschaft Baden-Baden, zu der Sandweier gehörte, vom Markgrafen Ernst Friedrich von Baden-Durlach verwaltet wurde. Diese sog. „Oberbadische Okkupation“ – sie dauerte von 1594 bis 1622 – war notwendig geworden, weil die Baden-Badener Markgrafen Philipp II. und vor allem sein Vetter Eduard Fortunat ihr Land derart verschuldet hatten, daß letzterer sogar vorhatte, die Markgrafschaft der reichen Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger zu verpfänden. Wie es allerdings zu dieser mißlichen und außerordentlichen Situation kam, war mir damals zumindest im Detail noch nicht bekannt.

In einem Buch, es ist die Neuauflage eines Werkes, das der Historiker Carl Eduard Vehse (1802 – 1870) vor 150 Jahren niedergeschrieben hat. Schildert er darin die Geschichte der -Höfe zu Baden“. Erfaßt sind dabei alle badischen Herrscher, die in der Zeit von 1515 bis 1852 regierten. Und man ist überrascht, mit welcher Genauigkeit, ja oft bis in den intimen Bereich gehend, dieser Autor die einzelnen Personen und Geschehnisse schildert. Man spürt allerdings auch die grundsätzlich kritische Einstellung dieses Historikers zum Feudalismus und seine positive Haltung zu den in jenen Jahren sich überall bemerkbar machenden republikanischen Bestrebungen des sog. Vormärz, die dann auch zur Badischen Revolution 1948/49 führten.

In diesem Werk Vehses erhalten wir nun genaueren Einblick in die Zustände, wie sie zu jener Zeit sowohl am „Baden-Badischen“ wie am „Baden-Durlachischen“ Hofe herrschten. Immer wieder überrascht dabei den Leser die Exaktheit der Recherchen, durch Briefe und Niederschriften belegte Einzelheiten, die natürlich den Autor, der im übrigen auch alle anderen deutschen Höfe in seinem 48bändigen Werk beschrieb, oft äußerst unbeliebt machten. Seine Schriften wurden zu seiner Zeit teilweise verboten, ja er selbst für einige Zeit inhaftiert.

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