Der Westwall in Sandweier

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Ringwälle der offenen Batterie im Niederwald

Wie die meisten Westwallanlagen sind auch fast alle Bunker auf Sandweierer Gebiet geschleift.  Erhalten geblieben ist in Teilen die offene Batteriestellung im Niederwald, der Durchgangsbunker im Schafkopf, wenn auch nicht mehr begehbar, und als undefinierbarer Betonhaufen ein Kampfbunker in der Geggenau, wenn dieser auch nicht mehr als solcher erkennbar ist.

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Bunker im Gewann Viehtrieb

Vollständig erhalten geblieben sind allerdings drei Unterstände im Niederwald, deren Eingangstüren verschweisst und die Eingänge übererdet sind. Bis Ende der 70er Jahre waren diese Bunker offen und frei zugänglich. Unbeschadet schlafen sie nun einen Dornröschenschlaf im Sandweierer Niederwald. Der Heimatverein Sandweier bemüht sich derzeit darum, die Bunker übernehmen zu dürfen. Hierzu sind aber aufwändige Verhandlungen von Nöten. Der aufmerksame Spaziergänger findet auch heute noch Reste ehemaliger Schützengrabenanlagen. Wenngleich Sandweier während des 2. Weltkriegs von größeren Bombardements verschont blieb, zeugen auch heute noch sichtbare Bombentrichter davon, dass auch die Sandweierer Stellungen mit Bomben und Beschuss belegt wurden.

Der Bau des Westwalles hatte auch auf die Gemeinde Sandweier unmittelbare Auswirkungen. In der Bauzeit hat sich in den meisten Gemeinden, in denen Westwallanlagen errichtet wurden in der Hochbauzeit die Einwohnerzahl nahezu verdoppelt. Für Sandweier liegen uns derzeit noch keine genauen Zahlen vor, jedoch war auch hier sicher ein Zuwachs aufgrund der hier beschäftigten Westwallarbeiter spürbar. Bei Kriegsausbruch wurden die Westwallanlagen zunächst durch Grenzwachttruppen besetzt, die sich vornehmlich aus örtlichen Reservisten zusammensetzten. Später wurden diese zunächst durch das Infanterieregiment 111, später durch die 33. Und dann die 555. Infanteriedivision besetzt. Einige der dort eingesetzten Soldaten fanden hier später ihre Heimat. Die Besetzung der Westwallanlagen endete mit dem Beginn des Westfeldzuges, danach lag der Westwall plötzlich mitten im Reichsgebiet und war somit seines Sinnes beraubt. Die Bunker wurden verschlossen, Waffen und Gerät zunächst eingelagert und dann zum Bau des Atlantikwalles verwendet. Bei Vorrücken der Alliierten auf das Reichsgebiet war der Westwall entwaffnet und über weite Strecken ein zahnloser Tiger. Zum Glück für die Rheingemeinden, denn so kam es in unserem Bereich zu keinen größeren Kampfhandlungen am Westwall.

Dem Heimatverein Sandweier gelang es Luftbildaufnahmen aus den Jahren 1944  zu erlangen, auf denen große Teile der Sandweier Anlagen sichtbar sind. In unregelmässigen Abständen bieten wir Interessierten einen Vortrag über den Westwall mit Schwerpunkt Sandweier/Iffezheim/Wintersdorf an. Anfragen können an den Heimatverein Sandweier gerichtet werden.

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