Der Westwall in Sandweier

Der Westwall in Sandweier:

Wie alle Gemeinden entlang der Rheinschiene, war auch Sandweier in den Ausbau der Westwallstellungen einbezogen. Die Gemeinde Sandweier war wohl bereits zu Beginn der Errichtung von Westwallanlagen, also bereits in den Jahren 1935 bis 1936 vom Bunkerbau betroffen.

Der Ausbau des Westwalles gliederte sich in drei Linien, den Festungsausbau, der in vorderster Linie mit Bunkern stärkster Ausbaustärke den anrückenden Feind zum Stehen bringen sollte, den Stellungsausbau in zweiter Linie, der mit schwächeren Bunkern den Soldaten sichere Unterstände und gegenseitigen Feuerschutz gewährleisten sollte und zuletzt den Sperrausbau, bei dem Bunker an strategisch wichtigen Punkten zur Sicherung errichtet wurden. Die Gemeinde Sandweier war auf ihrem Gebiet sowohl vom Stellungs- als auch vom Festungsausbau betroffen. Insgesamt befanden sich auf Gemarkung Sandweier  etwa 30 Westwallbunker sowie zwei offene Batteriestellungen, dazu kommen noch ca. 10 Bunker, die sich auf Sandweierer Gebiet auf der Gemarkung Wintersdorf befanden. Die Bunker auf Gemarkung Wintersdorf sind dem Festungsausbau, die auf Gemarkung Sandweier dem Stellungsausbau zuzurechnen. Die Zahlen sind nicht exakt wiederzugeben, da sich bereits vor dem 2. Weltkrieg in Sandweier ein militärisches Übungsgelände befand, das heute noch im Volksmund „Exerzierplatz“ heißt.  Auf diesem Gelände befanden sich bereits  militärische Bauwerke, die zweifellos in die Westwalllinien mit einbezogen, jedoch bereits vor dem Ausbau des Westwalles errichtet wurden.

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Exerzierplatzgelände am Niederwald mit Beschuss- und Bombeneinschlag

Auf Sandweierer Gemarkung befanden sich größtenteils Unterstände, sowie ein Batallionsgefechtsstand, die meisten davon im sog. Niederwald, zwischen dem „Exerzierplatz“ und dem heutigen Münchfeldstadion in Rastatt. Dort befand sich auch eine offene Batteriestellung, die bis in die heutigen Tage in Teilen erhalten geblieben ist. Noch heute sieht man dort die Ringwälle, die zur Aufnahme der Geschütze dienten, ansatzweise lassen sich dort auch noch Grabenanlagen erkennen. Das Gros dieser Bunker wurde bereits sehr früh errichtet, da sie in Ausbaustärke C und schwächer ( Decken- und Wandstärken zwischen 30 und 50 cm ) erstellt wurden. Bunker in solchen Ausbaustärken wurden im sog. Grenzwacht- und Pionierprogramm in den Jahren zw. 1936 und 1938 errichtet.

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