Mai
12
2010
1850
In Sandweier wird noch nach Trüffeln gesucht, bzw. „gejagt“. Die Trüffeljagd in der Geggenau wird, unter der Bedingung, daß nur mit Hunden gesucht werden darf, an Ludwig Schwan verpachtet.
1849
Zwar ist Sandweier nicht wie Rastatt, Niederbühl, Muggensturm oder andere Gemeinden der Umgebung unmittelbar in eine Schlacht verwickelt, zum wiederholten Mal ist der Ort jedoch durch Einquartierungen von Soldaten betroffen.
Rinder, Schweine und Geflügel werden für die Königlich Preußischen Kavallerietruppen requiriert, der Müller Kühn muß für Hafer, Heu und Stroh sorgen.
Am 22. Juni kauft die Gemeinde 50 Gewehre bei der Stadt Baden. Ob auch Pulver und Blei angeschafft werden, wird nicht angegeben. Der Kauf geschieht kurz vor Ende des Krieges, so daß die Waffen vermutlich nicht mehr gebraucht wurden.
Zur Bestreitung der Kriegskosten muß die Gemeinde Kapital aufnehmen. Von Advokat Denkinger aus Rastatt werden 500 Gulden geliehen, bei Dekan Großholz in Baden 2.000 Gulden. Weitere Anleihen werden bei Hyazinth und Therese Hirth in Haueneberstein gemacht.
Für Kriegs- und Einquartierungskosten liegen Rechnungen in Höhe von 2.858 Gulden vor. Davon gehen an den Müller Anton Kühn 1.557 Gulden, 365 Gulden bekommt der Hirschwirt für „Zehrungen“ und 53 Gulden erhält der Metzger Anton Burkhart.
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Mai
11
2010
Aus den Rechnungsbüchern der Gemeinde Sandweier
Wie die meisten Gemeinden der Umgebung war auch Sandweier beim Überfall der französischen Streitmacht im Jahre 1689 ein Raub der Flammen geworden. Daher reichen die Aufzeichnungen des Gemeindearchivs auch nur bis zu diesem Datum zurück.
Aus den weit über tausend Seiten Aufzeichnungen wird hier ein kleiner Teil bedeutsamer und anekdotenhafter Berichte für die Zeit von 1722 bis 1950 und ergänzend bis in die Neuzeit chronologisch aufgeführt. Sie zeigen auf ihre Weise die Entwicklung des Hardtdorfs Sandweier und seiner Bevölkerung von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.
Um die nachfolgend häufig benützten Währungseinheiten fl und kr besser einordnen zu können, wird folgende Erklärung hierzu gegeben: Bis 1872 wurde im Land Baden die alte Markgräfliche Landmünze, ein Gulden (Florentiner), gebraucht. Die Abkürzung für einen Gulden ist 1 fl nach der Stadt Florenz, in der die Münze zuerst geprägt wurde. Der Wert des Gulden schwankte im Laufe der Jahrhunderte. Ebenso änderte sich auch immer wieder die Form des Gulden. 60 Kreuzer (kr) ergaben einen Gulden. Daher gilt: 60 kr = 1 fl
Das ebenfalls einige Male angegebene Flächenmaß 1 Morgen entspricht 36 a oder 3 600 qm.
Chronologie von 1799 bis 1722
1799
Erneut müssen Einquartierungen geduldet werden. Das Oberamt Baden erhält die Auflage, für 4 526 Portionen Brot, 4 531 Portionen Hafer und 4 564 Portionen Heu zu sorgen.
Der Anteil, den die Gemeinde Sandweier dazu beizutragen hat, beträgt 472 Pfund Brot, 11 Malter 2 1/2 Simmere Hafer und 23 Zentner 80 Pfund Heu.
Im Ort gibt es zwei Schmiede, Nicolas Walter und Sebastian Boßler.
Der Bürgermeister ist nicht nur für Verwaltungsangelegenheiten zuständig. Im Diätenbuch findet sich auch folgender Eintrag:
… hab ich das Dor an dem Herrschaftshof zugemacht und den Pfosten eingekrabe . . .
hat es neben dem Bäcker ein sogenanntes Backhaus gegeben, das die Bürger benutzen konnten.
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