Heimatverein Jahresrückblick 1998
den Frau Friedlinde Schneider bei der Generalversammlung 1987 eingebracht hatte, ein dreidimensionales Modell von Sandweier nach Plänen und Beschreibungen von vor 100-200 Jahren als Ausstellungsstück für das Heimatmuseum herzustellen, wurde weiter verfolgt. Dazu dient vor allem die durch Vermittlung von Herrn Ortsvorsteher Rudolf Hofmann vorn Liegenschaftsamt Baden-Baden zur Verfügung gestellte Kopie eines alten handgezeichneten Gemarkungsatlas von Sandweier aus den Jahren 1860/63 im Maßstab 1: 1000 sowie als Leihgabe von Herrn Rolli aus Stuttgart, der sich vor einigen Jahren mit der Ortssanierung befaßte, eine Diasammlung mit Aufnahmen der Häuser in Sandweier aus den achtziger Jahren dieses Jahrhunderts. Eine Arbeitsgruppe von Mitgliedern des Heimatvereins befaßt sich weiter mit der Umsetzung der Vorlagen in ein Modell.
Zu einer positiven Erfahrung wurde für den Heimatverein seine Teilnahme am 1. Erdepfler-fescht am 4./5. Juli 1998, das die Sandweierer Vereine gemeinsam in der Ortsmitte veranstalteten. Dank helfender Hände von aktiven Mitgliedern des Vereins konnte der Heimatverein seinen Stand unmittelbar neben dem Topibrunnen sehr attraktiv gestalten. Neben dem vorzüglichen Speiseangebot mit Maultaschen in verschiedener Zubereitungsform sowie selbst gebackenem Kuchen, der reichlich gespendet zum Kaffee serviert wurde, war vor allem die Topi-Probierstube ein echter Besuchermagnet. Dort konnten alle Sorten Topinambur probiert werden, die von den damals noch in Sandweier vorhandenen 15 Brennereien mit eigenem Brennrecht hergestellt wurden. Ob nun Natur oder mit Kümmel, Anis oder Wacholder abgezogen oder gar mit Blutwurzel oder Orangen angesetzt sowie zwischen 42% und 50% Alkoholgehalt, es konnte wirklich die Vielfalt dieses Ortsgetränks genossen werden.
Der diesjährige und damit siebte Hock am Heimatmuseum war am 20. September einmal mehr vom Wetter in hohem Maße begünstigt und wieder ein großer Erfolg. Viele Mitbürgerinnen Und Mitbürger nutzten die Gelegenheit, sich über den Stand der Ausstellungen im Heimatmuseum zu informieren, den neuen Ausstellungsraum kennen zu lernen und dabei im Festzelt oder in der Stube des Heimatrnuseums gute Gespräche zu führen. Im Festzelt im Areal des Museums boten Mitglieder des Heimatvereins ihren Gästen Speis und Trank und sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Dort führten am Nachmittag die Katharinaspatzen unter Leitung von Frau Ulrike Weisbrich in hervorragender Weise das Musikstück „Die Bremer Stadt-musikanten“ auf. Den anwesenden Kindern wurde neben dem Festzelt wie in den Vorjahre von Frau Angelika Schmidt Malaktivitäte angeboten, die wieder begeistert aufgenommen wurden. Allen Festhelfern und Kuchenspendern sei hier herzlich gedankt.
Eine Woche nach dem Hock traf sich de Vorstand des Heimatvereins erneut im Heimatmuseum, um an diesem 27. September dem Faktotum des Heimatvereins, Herrn Wendelin Klumpp, zu seinem 70. Geburtstag zu gratulieren. Aus diesem Anlass hatte der Heimatverein die lange Zufahrt von de Römerstraße zum Heimatmuseum, der zweiten Heimat von Wendelin Klumpp mit seinem Namen versehen.
Im Beisein des Jubilars wurde an der Zufahrt das Originalstraßenschild „Wendelgasse“ enthüllt. Zu einem familiären Treffen fanden sich Vorstand und die Festhelfer des Jahre 1998 am Sonntag, 29.11.1998 im neuen Ausstellungsraum des Heimatmuseums ein, um dort bei einem Adventskaffee und einem gemütlichen Vesper den Dank des Vorstands für die geleistete Arbeit entgegenzunehmen. Am Montag, 30.11.98 setzte der Heimatverein die Reihe seiner Wintervorträge, die er gemeinsam mit dem katholischen Bildungswerk Sandweier im Walburgasaal veranstaltet, mit einem Vortrag fort. Das Mitglied des Heimatvereins Dr. Kurt Hochstuhl, Archivdirektor in Stuttgart, verstand es mit seinem Beitrag „Vorn Radikalismus der kleinen Leute – Revolution in Baden 1848/49″ die zahlreichen Hörer in seinen Bann zu ziehen..
Auch im kommenden Jahr werden die Aktivitäten des Heimatvereins vorwiegend der Pflege des Heimatmuseums dienen. Zusätzlich wird er sich aber auch wieder bemühen, den Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit dem einen oder anderen Vortrag die Heimatgeschichte näher zu bringen und durch Veranstaltungen wie den CEGO- Abenden altes Brauchtum zu pflegen.
Der gesamten Bevölkerung von Sandweier wünscht der Vorstand des Heimatvereins „Frohe Weihnachten“ und „Ein gutes Neues Jahr“.
(Quelle: Jahresrückblick Sandweier 1998)