Das Fachwerkhaus
In der Stube und in der Kammer waren nicht verfugte Bretterdielen verlegt. Diese zu säubern machte man sich mehr Arbeit. Man scheuerte die Dielen mit weißem Sand, geliefert aus der Balger Sandgrube. Fast wöchentlich kam der Sandmann aus Balg mit seiner Marktchaise und bot den Artikel an.
Waren die Bodendielen gereinigt, wurden in der Scheuer einige Bündel Stroh (Boose Schdrau) geholt und in der Stube ausgebreitet. Erst am Sonntagmorgen entfernte man das Stroh und brachte es in den Stall zurück, um dort als Streu wieder verwendet zu werden. Der Aufenthaltsraum war d’Schdub und das Schlafgemach d’Kommer. Die Küche hatte einen mit Bruch- oder Ziegelsteinen aufgebauten Herd, zunächst ohne Herdplatte, am offenen Feuer wurde gekocht und am Rost gebraten. Rauch und Dampf zogen frei durch den offenen Kamin, auch Rauchfang genannt, durch die Rauchkammer ab. Wie einfach war doch diese Einrichtung, aber sie hat damals ihren Zweck vollauf erfüllt.
Schlimm war es allerdings, wenn der Kaminfeger ins Haus kam, den sahen die armen Hausmütter damals schon lieber gehen als kommen. Seine Arbeitsmethode ging gewissermaßen in Flammen auf. Er nahm einen >Boose Schdroh< zündete diesen über der Feuerstelle an und die gewaltige Flamme zog den Ruß zum Kamin hinaus.
Wie es dann in der Küche aussah?
Neben dem Herd befand sich meist der Backofen. Er ragte mit seiner Konstruktion durch die Küchenwand ins Freie. Es war wirklich so, unter dem Backofen war der Stall für die Gänse und Enten. Manchmal war der Backofen auch als kleines Häus’chen im Hof aufgebaut.
In der Stube fällt der gemauerte Ofen, auch Kachelofen auf, der Stube und Kammer beheizte. Um den Ofen die Ofenbank, eine solche auch entlang der Wand, Eckbank genannt, davor stand der Tisch. Der Herrgottswinkel fehlte in keiner Stube.
Heiligenbilder, die sich über Generationen vererbten, und Bilder der Ahnen schmückten die Stube aus.
Über dem Stubenofen befand sich eine aus Holz gefertigte Trockenvorrichtung für Windeln, Wäsche und Kleider.
Am Türrahmen zur Stube fehlte nirgends der Weihwasserkessel. Eine Aussparung an einem Balken in der Nähe des Ofens diente zur Aufnahme des Kienspans oder des Talglichts. Später wurden diese herkömmlichen Lichtspender abgelöst durch Kerzen und Erdöllampe.