Sandweierer Sandbauern und ihre Pferde
So schlossen sich die Pferdehalter der „Badischen Pferdeversicherungs-Anstalt a.G. (auf Gegenseitigkeit) zu Karlsruhe“ an. Sie dürfte sich in etwa um die Jahrhundertwende gebildet haben und bot den Pferdebesitzern Schutz und Hilfe an. Vor allem wurden diese auf die verschiedenen Pferdekrankheiten aufmerksam gemacht und deren besonderen Erscheinungen geschildert Entsprechende Vorsichts – Massregeln gegen „Schwarze Harnwinde, Windrehe, Wildes Feuer, Nierenschlag, Kreuzschlag etc. etc.“ wurden den Versicherungsnehmern mitgeteilt. Auf die durch falsche Fütterung oder sonstige Fehler in der Pflege hervorgerufenen gefährlichen Koliken oder die oft unheilbaren Erkrankungen der Atemwege und Lunge, „Dämpfigkeit“ genannt, wies man besonders eindringlich hin. Die Versicherungs-Anstalt gab regelmäßig Merkblätter heraus, in denen Ratschläge für die richtige Haltung der Tiere erteilt wurden. Das erschien schon wichtig, denn wie eine Aufstellung der Versicherungs-Anstalt beweist, geschahen die meisten Ausfälle während eines Jahres als Folge der beiden zuletzt genannten Erkrankungen. Insbesondere wurde auf die richtige Fütterung der Pferde, die Art der Futtermittel, die besonders nötige Vorsicht bei Grünfutter hingewiesen. So heißt es in einem speziellen Merkblatt: Ein gesundes Pferd soll an Ruhetagen (z.B. Feiertagen) nicht länger als einen halben Tag im Stall belassen und täglich mindestens zwei Stunden im Freien bewegt werden. Die Futtermenge ist während der Ruhetage um ein Viertel zu kürzen.
Die Temperatur im Stall, der immer gut gelüftet werden muß, soll nicht mehr als 8° R (Réaumur) betragen. Interessant hier nebenbei die Feststellung, dass in jenen Jahren in Baden die Temperatur noch nach dem französischen Physiker Réaumur gemessen wurde. 0°R =Gefrierpunkt, 80°R = Siedepunkt des Wassers. Die gewünschte Stall-Temperatur hätte also nach heut üblichem Maß 10° Celsius betragen müssen.