Nov.
1
2013
Bei der ersten Neuauflage der Kunkelstub nach vier Jahren konnten wir im Vereinsheim der GroKaGe rund 35 Personen zählen, die in die Zeit ihrer Kindheit und Vorfahren eintauchten.
Bei frischem Most und Schmalzbrot kam manche alte Schandtat Sandweierer Bürger ans Licht.
Unsere Sprache wurde als Rätselgedicht in Erinnerung gerufen und bei einigen Liedern brauchte es zumindest für die weiteren Strophen Liedblätter zur Unterstützung.
Höhepunkt war der Rest eines alten Schmalspurfilms aus dem Jahre 1949, bei der die goldene Hochzeit des Ehepaares Kleinhans zu sehen war.
Enkel Karl Kleinhans hatte akribisch den Verlauf aufgearbeitet und konnte viel über dieses für damalige Zeiten sehr große Fest berichten.

Veranstaltung 2013
Allen Teilnehmern und Mitwirkenden hat die Veranstaltung viel Spaß gemacht, so dass eine weitere Kunkelstub recht bald wieder ins Auge gefasst wird.
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Okt.
14
2013
Das Ehepaar Manz, das im Oberdorf in bescheidenen Verhältnissen lebte, hatte vier Töchter und einen Sohn. Alle Familienmitglieder waren im Ort wohlbekannt, weil jedes ihre etwas außergewöhnliche Eigenart hatte. Eine Tochter mit Namen Justina ging in recht jungen Jahren nach Strassburg, wo sie in verschiedenen Familien als „Kinderfräulein“ tätig war. Im Jahre 1902 trat sie in die „Marianische Congregation der Dienstboten von Strassburg“ ein, wie eine Urkunde vom 08. Juni 1902 belegt. Die Kinderfräulein trugen eine weiße Haube auf dem Kopf und dazu passende weiße Kleidung. Familienanschluss war meistens inklusive.

"Marianische Congregation"
Nach ihrer Rückkehr nach Sandweier ersteigerte sie mit ihren Ersparnissen das Haus in der heutigen Nelkenstrasse Nr. 9. Sie lebte dort ganz allein im unteren Stockwerk und betrieb einen kleinen Garten. Im hohen Alter führte sie oft endlose Selbstgespräche, an die sich der damals etwa vierjährige Schreiber dieser Geschichte noch gut erinnern kann.
Beim Betrachten einer Pflanze sagte sie zu dem jungen Burschen: „Der Krieg kommt zu uns von Osten her“! Diese Aussage sollte sich auch bewahrheiten. Im Jahre 1940 wurde der Ort – wie auch im Heimatbuch nachzulesen ist – wegen Beschuss evakuiert. Nur Justine Manz weigerte sich strikt, den Anweisungen zu folgen und blieb entgegen allen Warnungen zu Hause.
Eine Granate schlug im Hof direkt vor dem Küchenfenster ein während Frau Manz gerade ihr Geschirr spülte. Von einem Splitter und der Wucht der Explosion wurde sie getötet.
Das Kuriose an dieser tragischen Geschichte könnte sein, dass das Geschoss von einem Franzosen abgefeuert wurde, den Justine Manz während ihrer Zeit in Strassburg betreut hatte.
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