„d´Sondwiermer Schbrooch“

„D´ Sondwiermer Schbrooch“

In öffentlicher Sitzung übergab der Bürger Herr Guido Müller am 11.11.1985 das von ihm in vielen mühevollen Details zusammengestellte selbst verfaßte Buch „d‘ Sondwiermer Schbrooch“ dem Ortschaftsrat und damit auch der Öffentlichkeit.

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"d´Sondwiermer Schbrooch" von Guido Müller

Das Buch konnte zum Selbstkostenpreis für DM 9, käuflich und konnte im Schreibwarengeschäft Schottmüller und bei der Ortsverwaltung Sandweier erworben werden.

„Zu dar Sondwiermer sauese Sondhase“ – daß die Einwohner Sandweiers auch „Sandhasen“ genannt werden, ist allgemein bekannt. Einer, der noch viel mehr über die „Sondwiermer“ weiß und seine Kenntnisse auch nach außen trägt, ist der 76jährige Guido Müller.
Jedes Jahr berichtet der passionierte Heimatforscher im Jahresrückblick des Baden-Badener Stadtteils über bestimmte, mit der Gemeinde zusammenhängende Themen und hält damit die Geschichte des Ortes lebendig.

Über die Chronik der Fronleichnamsprozessionen, die Entstehung und Erhaltung verschiedener Fachwerkhäuser oder zuletzt über die Wegkreuze auf Sandweierer Gemarkung wußte Guido Müller zu berichten. Jetzt hat sich der Rentner daran gemacht, nach einer ersten Kurzveröffentlichung 1979, ebenfalls im Gemeindeanzeiger, die heimatliche Mundart wieder in die Diskussion zu bringen.
In seinem Buch „d‘ Sondwiermer Schbrooch“ hat er gleich einem Wörterbuch die Hochsprache den entsprechenden Dialektausdrücken gegenübergestellt und das Ganze mit typischen Redewendungen und Anekdoten gewürzt. So wird unter anderem eindrucksvoll geschildert, wie einige Sandweierer Buben dereinst vor dem Palmsonntag ins benachbarte „Balli“ (Balg) zogen, um dort „Bahne un Säblbaam“ zu holen.

Die Zusammenstellung Müllers, die zu 95 Prozent ganz auf Sandweier abgestimmt ist, soll dazu dienen, die Muttersprache lebendig zu halten und Spaß und Freude bei denen hervorrufen, die sich mit ihr beschäftigen. Angesprochen werden sollen auch auswärts wohnende Sandweierer und vor allem die Jugendlichen, weshalb in Zukunft die Entlaßklassen der Hauptschule Sandweier zum Schulabschluß ein Exemplar der „Sondwiermer Schbrooch“ in Empfang nehmen dürfen. Das Buch konnte auch käuflich erworben werden bei der Ortsverwaltung und im örtlichen Schreibwarengeschäft.

Für alle Bürger, nicht nur Sandweiermer, die sich mit der Muttersprache nicht mehr so hundertprozentig auskennen, empfiehlt es sich, die Schrift Guido Müllers doch einmal „ozugugge“ und „läse“, damit man daraufhin wieder besser „mitnonner schwätze koon“.

(Quelle: Jahresrückblick Sandweier 1985)


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