Okt. 14 2013

Dienstbote in Strassburg

Das Ehepaar Manz, das im Oberdorf in bescheidenen Verhältnissen lebte, hatte vier Töchter und einen Sohn. Alle Familienmitglieder waren im Ort wohlbekannt, weil jedes ihre etwas außergewöhnliche Eigenart hatte. Eine Tochter mit Namen Justina ging in recht jungen Jahren nach Strassburg, wo sie in verschiedenen Familien als „Kinderfräulein“ tätig war. Im Jahre 1902 trat sie in die „Marianische Congregation der Dienstboten von Strassburg“ ein, wie eine Urkunde vom 08. Juni 1902 belegt. Die Kinderfräulein trugen eine weiße Haube auf dem Kopf und dazu passende weiße Kleidung. Familienanschluss war meistens inklusive.

"Marianische Congregation"

Nach ihrer Rückkehr nach Sandweier ersteigerte sie mit ihren Ersparnissen das Haus in der heutigen Nelkenstrasse Nr. 9. Sie lebte dort ganz allein im unteren Stockwerk und betrieb einen kleinen Garten. Im hohen Alter führte sie oft endlose Selbstgespräche, an die sich der damals etwa vierjährige Schreiber dieser Geschichte noch gut erinnern kann.

Beim Betrachten einer Pflanze sagte sie zu dem jungen Burschen: „Der Krieg kommt zu uns von Osten her“! Diese Aussage sollte sich auch bewahrheiten. Im Jahre 1940 wurde der Ort – wie auch im Heimatbuch nachzulesen ist – wegen Beschuss evakuiert. Nur Justine Manz weigerte sich strikt, den Anweisungen zu folgen und blieb entgegen allen Warnungen zu Hause.

Eine Granate schlug im Hof direkt vor dem Küchenfenster ein während Frau Manz gerade ihr Geschirr spülte. Von einem Splitter und der Wucht der Explosion wurde sie getötet.

Das Kuriose an dieser tragischen Geschichte könnte sein, dass das Geschoss von einem Franzosen abgefeuert wurde, den Justine Manz während ihrer Zeit in Strassburg betreut hatte.


Mai 22 2013

Öffentliche Vorstellung der Gedenktafeln an die SS-Lager in Iffezheim und Sandweier

Auf großen Zuspruch fiel die öffentliche Vorstellung der beiden Gedenktafeln an der Rennbahn Iffezheim und im Oberwald Sandweier am 17. Mai 2013.

Die Ratsgremien beider Orte, die jeweiligen Heimatvereine sowie etliche interessierte Teilnehmer aus der Bürgerschaft nahmen an der Präsentation der Gedenktafeln teil.

Gedenktafel Lager von 1943 bis 1945

Da die Tagespresse (z.B. BT am 22.05.2013) ausführlich darüber berichtete, wollen wir an dieser Stelle auf eine eigene Schilderung verzichten.
Wir wollen uns jedoch ganz ausdrücklich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bedanken, insbesondere bei Herrn Dr. Kurt Hochstuhl, welcher an beiden Gedenktafeln sehr interessante Ausführungen zu den früher vorhandenen Lagern vornahm.

Gedenktafelenthüllung im Jahr 2013 SS Lager 1943 - 1945

Ein herzliches Dankeschön auch dem Heimatverein Sandweier, auf dessen Museumsgelände die Teilnehmer anschließend zu einem gemütlichen Zusammensein eingeladen waren.

http://iffze.de/aktuell/neues/neues2013/kz/kz_1.php